Klassische Musik online - Aktuelles, Konzerte, Biographien, Musik & Videos im Netz.

Klassische Musik und Oper von Classissima

George Gershwin

Montag 26. Juni 2017


nmz - KIZ-Nachrichten

2. Juni

Jan Vogler und Bill Murray spielen in Wolfsburg im Duett

nmz - KIZ-Nachrichten Wolfsburg/Dresden - Ein Hauch von Hollywood erreicht Niedersachsen: Schauspieler Bill Murray und Cellist Jan Vogler zeigen am Freitag in Wolfsburg erstmals öffentlich ihr gemeinsam entwickeltes Programm. Unter dem Titel «Bill Murray, Jan Vogler & Freunde» wollen die beiden Stars große Meister aus Musik und Literatur zusammen bringen. Gelesen werden Texte von Autoren wie Mark Twain oder Ernest Hemingway und mit Klängen von Bach, Schubert, Gershwin und Bernstein kombiniert. Auch Voglers Frau Mira Wang (Geige) und die Pianistin Vanessa Perez sollen auf der Bühne stehen. Zwei Tage nach der Wolfsburger Uraufführung folgt ein Auftritt bei den Dresdner Musikfestspielen, am 5. Juli auf Schloss Elmau in Bayern. Danach folgen Auftritte in Amerika, darunter in der New Yorker Carnegie Hall. Auch eine CD soll es geben.      

musik heute

18. Juni

Gershwin mit Jean-Yves Thibaudet und Philippe Jordan

Sonntag, 18. Juni 2017 / 18:25 – 19:10 Uhr ARTE Musik (Österreich 2017, Erstausstrahlung) Seit über 40 Jahren stimmt das traditionelle Osterkonzert "Frühling in Wien" der Wiener Symphoniker auf das Kommen der neuen Jahreszeit ein. Eingebettet in [...] The post Gershwin mit Jean-Yves Thibaudet und Philippe Jordan appeared first on MUSIK HEUTE .




Crescendo

12. April

Kate Lindsey und Baptiste Trotignon: Der Exzess des Lebens - Kate Lindsey und Baptiste Trotignon

Kate Lindsey und Baptiste Trotignon flanieren auf dem Klassik-Broadway. Sie entdecken Kurt Weill, Alma Mahler, Alexander Zemlinsky und Erich Korngold. Am Anfang stand eine einzigartige Künstlerbegegnung: Die amerikanische Mezzosopranistin Kate Lindsey, längst gefeierte Mozart- und Purcell-Interpretin und an den großen Opernbühnen der Welt zu Hause, traf auf den preisgekrönten französischen Jazz-Pianisten Baptiste Trotignon, der bereits mit Künstlergrößen wie Brad Mehldau und Tom Harrell die Bühne teilte. So weit, so gut. Doch was, wenn zwei solche Künstler ein unstillbares Verlangen nach Austausch, nach intensiver und akribischer Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Einflüssen, aber auch nach Spiel und Improvisation haben, wenn sie schlichtweg grenzenlose Freiheit besitzen? Das Ergebnis ist das Projekt „Thousands of Miles“. Darin treffen sich Klassik und Broadway, Alte und Neue Welt, Musik und Sprache. Kernstück des dreisprachigen Programms – auf Deutsch, Englisch und Französisch – bilden Lieder von Kurt Weill. Deren Klavierbegleitungen hat Trotignon allesamt neu arrangiert – mit genügend Raum für Improvisationen. Kurt Weill hat zwar unverwechselbare Melodien geschaffen, aber nicht unbedingt selbst die Partituren dazu geschrieben, wie Trotignon bei seinen Archiv-Recherchen herausfinden konnte. So war der Mut zur Neugestaltung schnell gefasst. Zentrale Prämisse dabei: Originalität und Lebendigkeit. Dass Kate Lindsey ihrerseits nicht nur ihren Hintergrund aus der klassischen Musik einströmen lässt, sondern in ihrer amerikanischen Heimat auch mit der Musik von George Gershwin und Cole Porter aufwächst, schenkt dem Duo weitere Farben. Während viele der anderen aktuellen Weill-Adaptionen sehr jazzig oder sehr akademisch daherkommen, findet „Thousands of Miles“ so eine ganz individuelle, neuartige Form der Klangsprache, die weit über eine simple Jazz-Klassik-Fusion hinausreicht. Hier ist das Ganze in der Tat mehr als die Summe seiner Teile. Bei den Aufnahmen zu ihrer ersten gemeinsamen CD, die im Mai bei Alpha erscheint, waren Lindsey und Trotignon immer wieder überrascht davon, wie sie sich selbst ohne Worte verstehen. Zu den Weill-Liedern gesellen sich dabei auch Lieder von Alma Mahler, Alexander von Zemlinsky und Erich Korngold. Die Geschichte der Verbindung zwischen diesen Künstlern ist spannend wie ein Krimi und geht weit über die Gemeinsamkeit hinaus, dass alle drei Komponisten genau wie Kurt Weill gezwungen waren, in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Wir befinden uns im Berlin des Jahres 1918. Aus dem idyllischen Dessau kommt der junge jüdische Musiker Kurt Weill in die noch übel von Armut und Erstem Weltkrieg gezeichnete Stadt. Doch in den kommenden Jahren vollzieht sich dort ein explosionsartiger Aufschwung, industriell wie kulturell. Die Liste der Prominenten, die Berlin nun für sich einnehmen, liest sich wie ein Who is Who des frühen 20. Jahrhunderts: Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau arbeiten an ihren unsterblichen Filmklassikern, Otto Dix und George Grosz prägen mit ihrer Malerei die Neue Sachlichkeit, musikalisch wirken Komponisten wie Paul Hindemith, Ernst Krenek oder Hanns Eisler in der Spree-Metropole. Kurt Weill nimmt Unterricht bei Engelbert Humperdinck, dem berühmten Komponisten von Hänsel und Gretel, und später bei Ferruccio Busoni, der in dieser Zeit bereits die Grenzen der althergebrachten Tonalität zu sprengen beginnt. Und schließlich meiden auch die Literaten nicht die Stadt: Erich Kästner kommt ebenso nach Berlin wie Bertolt Brecht. In Letzerem findet Weill seinen perfekten künstlerischen Partner. Brecht, der als junger Krankenpfleger im Ersten Weltkrieg schlimmste Gräuel miterleben musste, schreibt so ganz anders als alle anderen: klar, brachial, ehrlich. Da ist nichts mehr zu hören von den kitschigen Schnörkeln der Romantik, ihrer oft aufgesetzt wirkenden Rührseligkeit. Die Protagonisten seiner Werke sind keine Adligen oder Bildungsbürger, sondern Prostituierte, Diebe, Mörder und Hochstapler. Das trifft den Nerv der turbulenten Zeit. 1928 verfassen Brecht und Weill zusammen die Dreigroschenoper – ein überwältigender Erfolg und bis heute eines der erfolgreichsten Werke des 20. Jahrhunderts, das kurz darauf auch von Regie-Star Georg Wilhelm Pabst verfilmt wird. Weill, so scheint es, befindet sich am Höhepunkt seines Schaffens. Was sein Privatleben betrifft, so hat er die Schauspielerin und Chansonnière Lotte Lenya geheiratet, seine Muse und Lieblingsinterpretin, die ihn trotz Streitigkeiten, Seitensprüngen und einer Scheidung mit Wiederheirat bis zu seinem Tod begleiten wird. Doch nun ergreifen die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht und Weill flieht zunächst nach Frankreich. Nachdem die Lage auch dort zunehmend bedrohlicher wird, tritt er 1935 die Reise nach Amerika an. Dort findet der Exilant eine zweite Heimat, erobert mit seinen Musicals den Broadway. Und: Er trifft auf ein pikantes Trio, das aus den mit Berlin vergleichbaren Wiener Künstlerkreisen stammt: Alexander Zemlinsky, dessen ehemalige Schülerin Alma Mahler und dessen ehemaligen Schüler Erich Korngold. Einst hatte Zemlinsky ein rauschendes Liebesverhältnis mit seiner Schülerin gehabt, doch diese sollte sich für den wesentlich älteren Gustav Mahler als Ehemann entscheiden – übrigens nicht für immer, denn die Femme fatale ging bereits zu Mahlers Lebzeiten eine Liaison mit Architekt und Bauhaus-Gründer Walter Gropius ein, den sie nach Mahlers Tod heiraten wird, um sich nach der Scheidung schließlich mit Schriftsteller Franz Werfel zu vermählen. Mit Letzterem war sie denn auch in die Vereinigten Staaten gekommen. Korngold hingegen war in Wien als Wunderkind gefeiert worden und sollte nach seiner Auswanderung eine zweite Karriere in Hollywood beginnen. Im Programm von „Thousands of Miles“ stecken alle Aspekte dieser schillernden Geschichte. Da treffen sich zum einen die Werke der vier Komponisten Weill, Zemlinsky, Korngold und Alma Mahler – Letztere war übrigens nur in ihren jungen Jahren selbst künstlerisch aktiv; von ihren mehr als hundert Liedern sind nur 17 erhalten. Zum anderen wird in Musikauswahl und Sprachen das Dreieck Deutschland – Frankreich – USA gezeichnet, die (zwangsweise) Interkulturalität der Komponisten und die (freiwillige) Interkulturalität ihrer Interpreten Lindsey und Trotignon. Inhaltlich schließlich dreht sich alles um die Liebe: die enttäuschte, die vereinsamte, aber auch die glückliche und euphorische. Maria Goeth Live-Termin: 10.6.2017 Schloss Elmau Kate Lindsey, Baptiste Trotignon „Thousands of miles“ (Alpha)



Crescendo

12. April

Brügge: Hochkultur in malerischer Kulisse - Brügge

Ein Ort, der jeden Besucher unmittelbar packt. Mittelalterlich mysteriös und überschwänglich burgundisch. Die Weltstadt Brügge wird Kulturhauptstadt. Es gibt Orte, die gleichen einer zauberhaften Märchenkulisse und es würde kaum verwundern, wenn zwischen den verwinkelten Gässchen, den überwucherten Mauern und den schnatternden Schwänen mit einem Mal ein Prinz samt Kutsche des Weges käme. Die belgische Stadt Brügge ist so ein Ort und besucht man diese blühende Oase mitten in Flandern, hat man das Gefühl, ein bisschen aus der Zeit gefallen zu sein. Vor der malerischen Kulisse aber pulsiert in Brügge das pralle Leben und präsentiert sich dem Besucher eine fantastische Kulturstadt, deren Reichtum an Sehenswürdigkeiten, Entdeckungen und musikalischen Attraktionen schier unerschöpflich scheint. „Bruges? Sounds great!“ lautet nicht ohne Grund der Slogan einer erfolgreichen Kampagne der Stadt, die die exzellente Qualität der Brügger Kulturinstitutionen herausstellt. Ob hochkarätige Sinfoniekonzerte, packende Uraufführungen, intime Kammermusik oder konzertante Opernaufführungen – das Brügger Kulturleben bietet das ganze Jahr über ein abwechslungsreiches und attraktives Angebot. Ein ganz besonderer Reiz liegt bei Brügge in der verführerischen Vielfalt auf engstem Raum. Alle Highlights lassen sich dank des geschlossenen und bestens erhaltenen Stadtkerns ohne Probleme zu Fuß erreichen, und bummelt man durch die verwinkelten Gassen der Stadt, so gibt es kaum ein Eck, hinter dem sich nicht eine ungeahnte neue Perspektive auf diesen besonderen Ort ergibt. Am prägendsten für das charakteristische Stadtbild sind dabei ohne Frage die Grachten, jene pochenden Wasseradern, auf denen die Schwäne ihre Bahnen ziehen und sich vom Boot aus noch einmal ein ganz neuer Blickwinkel auf die jahrhundertealten Bauten der Stadt entdecken lässt. Das traditionelle Zentrum der Stadt ist der Markt mit seinen farbenprächtigen Zunfthäusern und dem aufragenden Belfried. Seine Blütezeit erlebte Brügge im 15. Jahrhundert, als die Grachten für die Verbindung zwischen Stadt und Meer sorgten und in Brügge jahrhundertelang Erfolg und Wohlstand garantierten. Von dieser Zeit erzählt auch das Brügger Rathaus, das aus dem Jahr 1376 stammt und eines der ältesten im niederländischen Sprachraum ist. Mit gutem Grund wurde die gesamte Innenstadt von Brügge von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt: Bis heute ist ein Großteil des mittelalterlichen Stadtkerns von damals intakt, und wandelt man über die zahlreichen kleinen Brücken und idyllischen Plätze, so ist es, als tauche man in Brügges Goldenes Zeitalter ein. Neben seinen zahlreichen Genüssen fürs Auge bietet Brügge seinem Besucher zudem ein reichhaltiges Verwöhnangebot für den Gaumen. So beherbergt Brügge einige der absoluten Top-Chocolatiers der Welt, in deren Manufakturen handgemachte Pralinées aus original belgischer Schokolade entstehen, die man unbedingt probieren sollte. Brügge ist eine Stadt zum Verweilen und Genießen, das offenbart sich an jeder Ecke. Zahlreiche Restaurants und Cafés, außergewöhnliche Boutiquen und traditionelle Geschäfte reihen sich charmant aneinander, in exquisiten Läden wird die berühmte Brügger Spitze angeboten, und wer nach einem Gang durch die lebendige Altstadt die Stille sucht, der findet sie zum Beispiel im verträumten Klostergarten des Beginenhofs oder im romantischen Minnewaterpark. Concertgebouw Brugge; Foto: Tim Theo Deceuninck - ledereen Klassiek Neben seiner reichen Geschichte und seiner prächtigen Schönheit bietet Brügge dem Kulturfreund das ganze Jahr über ein erstklassiges und facettenreiches Angebot. Das aufsehenerregende Wahrzeichen der Kulturmetropole ist das Concertgebouw, ein imposantes rostrotes Gebäude aus Holz und Beton, das seit seiner Erbauung zu einer der kulturellen Hochburgen Europas geworden ist. Mit gleich zwei Sälen, einem kleinen Kammermusiksaal und einem großen Konzertsaal, der je nach Bühnengröße 1.040 bis 1.240 Leute fasst, begeistert das Konzerthaus mit einer exzellenten Akustik und hochkarätigen Veranstaltungen quer durch die Genres mit einem besonderen Schwerpunkt auf Musik und zeitgenössischem Tanz. Besonders lohnenswert ist dabei ein Besuch des Budapest Festivals 2017, das sich im Mai den drei großen Bühnenwerken Duke Bluebeard’s Castle, The Wooden Prince und The Miraculous Mandarin von Béla Bartók widmen wird. Mit dem MA-Festival, einem der wichtigsten Festivals für Alte Musik, findet ein weiteres renommiertes Festival im Concertgebouw statt, das alljährlich mit außergewöhnlichen Konzertprogrammen, dem Wettbewerb Musica Antiqua für junge Barocksolisten sowie einer speziellen Ausstellung historischer Instrumente aufwartet. Vom 4. bis zum 13. August 2017 steht das MA-Festival in diesem Jahr ganz im Zeichen der Göttlichen Komödie und folgt den Fußstapfen des legendären italienischen Philosophen Dante Alighieri mit einer Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen, darunter einer Aufführung von Monteverdis Orfeo und ein Konzert der Hofkapelle München und des Vocalconsorts Berlin. Ein besonderes Highlight stellt schließlich die mittlerweile bereits legendäre musikalische Fahrradtour rund um Brügge dar. Selbstverständlich ist das Concertgebouw auch der erste Anlaufpunkt für die Konzerte der zwei großen Orchester, die in Brügge beheimatet sind und die jeweils eine ganz eigene Geschichte mit der belgischen Stadt verbindet. Das Sinfonieorchester Flandern, bestehend aus 57 hoch engagierten Musikern, steht für die lebendige Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart und hat sich insbesondere mit seinen Interpretationen von klassischen sinfonischen Werken ebenso wie von selten aufgeführten Kompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts einen Namen gemacht. Unter der Leitung des britischen Chefdirigenten Jan Latham-Koenig und bekannter Gastdirigenten fasziniert es mit einem homogenen und farbenreichen Gesamtklang und facettenreichen Konzertprogrammen, die Stücke unterschiedlichster Epochen und Genres miteinander verbinden. Nur wenige Städte beherbergen gleich zwei Toporchester – bei Brügge ist dies der Fall. Anima Eterna Brugge unter der Leitung von Jos van Immerseel ist seit seiner Gründung vor genau 30 Jahren zu einem der berühmtesten Aushängeschilder der Kulturmetropole geworden. Mit der ausschließlichen Verwendung von Originalinstrumenten, einem genauen Zuschnitt der Besetzung auf das jeweilige Werk und seinem transparenten, vitalen Gesamtklang überrascht Anima Eterna Brugge immer wieder aufs Neue mit der entdeckungsreichen Darbietung selbst bekanntester Meisterwerke. Einer der Höhepunkte beim diesjährigen Konzertprogramm von Anima Eterna Brugge ist ein Monteverdi-Konzert zusammen mit den Interpreten Christoph und Julian Prégardien und Marianne Beate Kielland. Außerdem wendet sich der Klangkörper erstmals dem Orchesterwerk von George Gershwin zu und wagt so pünktlich zu seinem 30. Jubiläum einen spannenden Ausflug in den Jazz. Man darf sich also auf Überraschungen gefasst machen im lebendigen Brügge – auf verführerisch nostalgischen Charme ebenso wie auf spannende neue Entdeckungen und den immerwährenden Zauber der märchenhaften Kulisse. Kulturstadt Brügge www.animaeterna.be www.symfonieorkest.be www.concertgebouw.be www.mafestival.be www.visitbruges.be www.brugessoundsgreat.com

Crescendo

7. September

Brügge - Reise: Brügge

Mit dem Dirigenten Jos van Immerseel durch die belgische City, die nicht nur im Sommer einen ganz besonderen Charme versprüht. Wer bei Brügge bis dato an das britische Gangsterdrama mit dem lakonischen Titel „Brügge sehen… und sterben?“ denken musste, sollte schleunigst die Reise antreten und sich in dieser klingenden Stadt eines Besseren belehren lassen. „Brügge sehen und leben“ lautet dort vielmehr die Devise, und wer durch die verwinkelten Gässchen schlendert und über die jahrhundertealten Brücken, wer vorbeizieht an duftenden Waffelbäckereien und Pralinengeschäften, der bekommt eine Ahnung von der Grazie und Anmut dieser Stadt. Kaum jemand könnte hierfür ein besserer Reiseleiter sein als Jos van Immerseel, der, geboren in Antwerpen, mittlerweile in Brügge lebt und die belgische Hansestadt liebevoll seine Heimat nennt. Wir treffen uns im Büro seines Orchesters Anima Eterna Brugge, angesiedelt in einem der imposanten mittelalterlichen Stadttore, dem Ezelpoort. „Von hier aus kann man Brügge sehen, zur anderen Seite liegt die Welt“, sagt van Immerseel und blickt aus dem Fenster über das rotbraun gescheckte Mosaik aus Türmen und Dächern. Dann schlüpft er in seine Jacke und eilt die steinerne Wendeltreppe hinunter, raus aus der Ruhe des Büros, hinein in das pulsierende Treiben der Stadt. Mit Anima Eterna Brugge sucht der 70-jährige Belgier die Welt regelmäßig heim. 40 bis 50 Konzerte im Jahr spielt das Aushängeschild historischer Aufführungspraxis durchschnittlich, viele davon im Ausland. Dabei hat es stets gewichtige Konzertprogramme mit im Gepäck, außerdem ausschließlich Originalinstrumente, passend zum jeweiligen Repertoire, das verschiedenste Epochen abdeckt. Seit van Immerseel Anima 1987 mit sechs Musikern gegründet hat, ist das Orchester kontinuierlich gewachsen. Heute sind mitunter über 30 Nationalitäten vertreten, Spitzenmusiker aus aller Welt, die projektweise zusammenkommen, um mit van Immerseel und seinen zwei Assistenten Jakob Lehmann und Korneel Bernolet jenen fokussierten, intensiven und wendigen Klang zu erreichen, für den Anima Eterna Brugge berühmt geworden ist. Meist treffen sich die Musiker für die Proben als Orchester in Residence im Concertgebouw, einem imposanten Konzerthaus mit einem intimen Kammermusik- und einem großen Konzertsaal, der je nach Bühnengröße 1.040 bis 1.240 Leute fasst. Zur Zeit seines Entstehens erhitzte der auffällige rote Bau ob seiner außergewöhnlichen Architektur die Gemüter. Mittlerweile ist das Gesamtkunstwerk aus Holz und Beton zum geliebten Wahrzeichen der lebendigen Kulturstadt geworden und bei exzellenter Akustik das ganze Jahr über Schauplatz hochkarätiger Veranstaltungen. Im Concertgebouw findet mit dem MAfestival auch eines der zahlreichen Festivals statt, die das Kulturleben in Brügge Jahr um Jahr bereichern. Seit seiner Gründung 1964 präsentiert das MAfestival jeden Sommer eine erstklassig konzipierte Festivalwoche, die prallgefüllt ist mit herausragenden Konzerten, ergänzt durch Wettbewerbe und Instrumentenausstellungen. Die Alte Musik wird dabei in einen spannenden zeitgenössischen Kontext gesetzt und Tradition und Moderne gehen Hand in Hand. Neben Anima Eterna Brugge ist mit dem Sinfonieorchester Flandern ein weiteres renommiertes Orchester in der Hansestadt beheimatet, das ebenfalls regelmäßig im Concertgebouw konzertiert und sich unter der Leitung des britischen Chefdirigenten Jan Latham-Koenig eines breiten sinfonischen Repertoires annimmt. Mit spannenden Konzeptprogrammen ist das Ensemble seit vielen Jahren Garant für hochkarätige Interpretationen sowohl zeitgenössischer als auch klassischer Literatur. Vom Concertgebouw aus sind es nur ein paar Schritte in die pulsierende Altstadt mit ihren Spitzendeckchen-Läden und den prachtvollen Häuserfassaden mit jahrhundertalter Geschichte. Im August ist natürlich Hochsaison im Kulturmekka Brügge, das eines der wichtigsten Zentren des Mittelalters war und bis heute einen nahezu komplett erhaltenen Stadtkern besitzt – folglich kein Wunder, dass die Altstadt von der UNESCO 2002 zum Weltkulturerbe ernannt worden ist. Jos van Immerseel steuert nun behände durch die belebten Gassen, ein kleiner Mann in roter Hose, blauem Hemd und grüner Jacke, der gerne lacht und sein Gegenüber mit wachen Augen durch die randlose Brille anblickt. „Ich fühle mich nicht als Dirigent, ich fühle mich als Musiker“, sagt der Ausnahmekünstler, dem eine Beschränkung auf nur ein Talent, nur eine Aufgabe schon immer völlig suspekt war. Bis heute ist er Pianist, Organist, Cembalist und Dirigent gleichermaßen, er arbeitet solistisch und kammermusikalisch und ist parallel dazu immer auch als akribischer Forscher und Musikanalytiker unterwegs. Dabei sind es weniger die unbekannten Nischenkompositionen, die ihn interessieren. Viel lieber nimmt er sich die Meisterwerke und Evergreens der Musikgeschichte vor, jene Stücke also, die oft totgespielt scheinen und bereits in unzähligen Einspielungen die CD-Regale füllen. In van Immerseels Interpretationen erwachen sie wieder zum Leben, neu, ungehört und nicht selten kaum wiederzuerkennen. Van Immerseel selbst spricht davon, die Stücke zu „restaurieren“ und meist gehen einer Einspielung monate-, manchmal jahrelange Forschungsarbeiten voraus, in denen er die ursprüngliche Orchesterzusammenstellung erkundet, die Partitur durchforstet und schließlich die passenden Musiker engagiert. „Wenn man gut sucht, findet man alles“, sagt van Immerseel und grinst. Im Herbst stehen Dvořák, Mendelssohn und Beethoven auf dem Programm, für das nächste Jahr hat sich van Immerseel Gershwin vorgenommen, unter anderem dessen Rhapsody in Blue und An American in Paris. Man darf gespannt sein. Ein Zwischenstopp im Stadtarchiv Brügge, das sich hinter der prunkvollen Fassade des Rathauses verbirgt. Hier lagern unter schweren Holzdecken die Schätze der vergangenen Jahrhunderte, uralte Registerbücher, kostbare Musikfragmente, gregorianische Gesangsbücher und das komplette Archivmaterial seit der Entstehung des MAfestivals. Ein Paradies für jede Forscherseele, das nach alten Büchern riecht und von der reichen Geschichte der ehemaligen Handelsmetropole erzählt. Die schönste Perspektive auf das idyllische Brügge aber bietet sich von einem der vielen Boote aus, die routiniert durch die Grachten steuern. „Eine Bootsfahrt ist Pflicht“, sagt van Immerseel und lacht, dann startet der Fahrer den Motor und lenkt das Boot mit sanftem Schaukeln vorbei an turtelnden Schwanenpaaren, efeuumrankten Vorgärten und prunkvollen Handelshäusern, die sich glitzernd im Wasser spiegeln. 16 Kilometer Kanäle ziehen sich durch die Stadt. Früher waren sie die zentralen Verkehrswege für den Warentransport der Textilindustrie, heute verleihen sie der zauberhaften Atmosphäre der Brügger Altstadt mediterranes Flair. Die Bootsfahrt ist zu Ende, und nachdem einem schon auf dem Wasser ein Hauch von Hopfen in die Nase stieg, wird nun die Brauerei „De Halve Maan“ besucht, die im Museum sowie der angrenzenden Gaststätte eindrucksvoll die reiche Biertradition Belgiens unter Beweis stellt. Seit 1856 in der Hand einer Familie, zählt die Brauerei heute zu einer der Hauptattraktionen Brügges. Darüber hinaus unterstützt sie als Förderer aktiv die Kultur in Brügge und die Arbeit von Anima Eterna Brugge und steht nicht zuletzt auch für kreatives Unternehmertum: Erst kürzlich wurde eine Pipeline fertiggestellt, die ab September über eine Distanz von zwei Meilen das Bier unter der Stadt hindurchpumpt, um es an einer Stelle herstellen und an anderer Stelle in Flaschen füllen zu können. Ein origineller Geniestreich, dessen Inhalt auch noch schmeckt. Mittlerweile ist es Abend geworden und Zeit für einen Besuch in van Immerseels zweitem Wohnzimmer, dem japanischen Restaurant „Tanuki“. Der Musiker schätzt die Traditionsverbundenheit des schmucken Brügge, noch mehr aber liebt er seine Vielfalt, sei es kulturell oder kulinarisch. Noch einmal geht es durch die Gassen der Altstadt, klangvoll begleitet vom Singsang eines inbrünstig geigenden Straßenmusikers und dem Klacken der Pferdekutschen auf den Kopfsteinpflastern. Der Lieblingsort des Künstlers liegt schließlich in einem unscheinbaren Eckhaus mitten in der Altstadt. Im Innenhof des Restaurants schwimmen leuchtend orange Kois durch einen Teich, an den Tischen direkt nebenan wird der Hausaperitif aus weißen Porzellanfiguren getrunken und der rohe Fisch mit einer Extraportion frisch geriebener Wasabiwurzel serviert. Ein genussreicher Ort, um die Brügger Nacht zu eröffnen… ganz nach dem Motto: Brügge sehen und leben. Dorothea Walchshäusl Tipps, Infos und AdressenMUSIK & KUNST Brügge ist Kulturstadt durch und durch, und so präsentiert sich dem Besucher ein breites Angebot an Museen, Konzerten und Festivals. Ausführliche Informationen zu den unterschiedlichen Veranstaltungen und Angeboten in der Stadt erhält man beim Tourismusbüro der Stadt: bezoekers.brugge.be Mit dem MAfestival wird jeden Sommer ein Alte-Musik-Festival präsentiert, das renommierte Künstler einlädt. Vom 1. bis 5. März 2017 findet zudem erstmals eine Musikbiennale statt, deren Programm von Klassik bis Weltmusik reicht. Das musikalische Herz der Stadt pocht seit 2002 schließlich im Concertgebouw, dem architektonisch wie akustisch beeindruckenden Konzerthaus der Stadt. ÜBERNACHTEN Bestens gelegen, mit schön gestalteten Zimmern und Wellnessbereich ist das edle Hotel Casselbergh ein hervorragender Ausgangspunkt für einen Besuch in Brügge. Informationen zu sämtlichen sonstigen Hotels sowie verschiedenen Frühstückspensionen finden sich auf der Website von Brügge Tourismus. Infos unter www.grandhotelcasselbergh.be ESSEN & TRINKEN Wer der Brügger Tradition nachspüren möchte, dem sei ein Besuch in der Brauerei De Halve Maan (www.halvemaan.be) empfohlen, in der neben einem Museum auch eine gemütliche Gaststätte beheimatet ist und das frisch gebraute Bier der Brauerei gekostet werden kann. Jos van Immerseels Favoriten: das japanische Restaurant Tanuki (www.tanuki.be) und das indische Restaurant Bhavani (www.bhavani.be) und die kleine Weinbar Jus (www.bar-jus.be).

Klassische Musik und Oper von Classissima



[+] Weitere Nachrichten (George Gershwin)
18. Jun
musik heute
7. Jun
Google News DEUTS...
7. Jun
Google News DEUTS...
2. Jun
nmz - KIZ-Nachric...
2. Jun
nmz - neue musikz...
12. Apr
Crescendo
12. Apr
Crescendo
7. Mär
Google News DEUTS...
2. Feb
Wordpresssphäre
22. Sep
Google News DEUTS...
7. Sep
Crescendo
13. Jun
schott-musik.de -...
13. Mai
Brilliant Classic...
3. Mai
Crescendo
3. Mär
Basler Zeitung Kl...
18. Jan
Google News DEUTS...
11. Jan
nmz - KIZ-Nachric...
11. Jan
nmz - neue musikz...
15. Dez
Crescendo
25. Nov
nmz - KIZ-Nachric...

George Gershwin




Gershwin im Netz...



George Gershwin »

Große Komponisten der klassischen Musik

Rhapsody In Blue Klavierkonzert In F Ira Gershwin Summertime Porgy And Bess

Seit Januar 2009 erleichtert Classissima den Zugang zu klassischer Musik und erweitert deren Zuhörerkreis.
Mit innovativen Servicedienstleistungen begleitet Classissima Neulinge und Musikliebhaber im Internet.


Große Dirigenten, Große Künstler, Große Opernsänger
 
Große Komponisten der klassischen Musik
Bach
Beethoven
Brahms
Debussy
Dvorak
Handel
Mendelsohn
Mozart
Ravel
Schubert
Tschaikowski
Verdi
Vivaldi
Wagner
[...]


browsen Zehn Jahrhunderte der klassischen Musik...